Die beiden besten Entscheidungen, die ich in letzter Zeit gefällt habe:
- Einen Ventilator für mein Büro unterm Dach anschaffen (Klimageräte waren ausverkauft)
- Zusammen mit @Krischan spontan ein Konzert von Damien Jurado besuchen.
Damien Jurado ist ein Singer/Songwriter aus Seattle, Washington, und hat Anfang der Neunziger sein Debüt auf dem legendären Sub Pop-Label veröffentlicht, das damals so ziemlich alle Bands unter Vertrag hatte, von denen ich wusste, dass ihnen die Zukunft gehören wird: Nirvana, Soundgarden, Sonic Youth, L7, The Afghan Whigs, Mudhoney, ihr wisst Bescheid.
Obwohl ich die Musik der meisten seiner damaligen Labelkollegen kannte, gingen seine mittlerweile bereits zwölf Alben irgendwie an mir vorbei, oder ich erinnere mich nicht mehr, wir haben in den Neunzigern unglaublich viel Musik gehört.
Hier ist ein Song aus dem aktuellen Album "Visions of Us on the Land":
Das hier soll keine Review werden. Ich möchte keine Reviews mehr schreiben. Nicht über Musik, die ich mag und erst recht nicht über Musik, die ich nicht mag. Ich habe mein Soll erfüllt.
Nach dem Konzert bin ich selig zum Merchandise-Stand gegangen, habe mich angestellt und andere noch vorgelassen, habe zwei CDs gekauft (eine für mich, eine für meine Schwester) und sie mit Widmung von Damien Jurado signieren lassen (Er mochte den Namen "Benert", hab ihn nicht korrigiert, toller Name!). Wir haben kurz geplauscht und uns zum Schluss die Hand gereicht und dann bin ich mit @Krischan weitergezogen. Ich bin wirklich gerne Fanboy.
Genauso gut wie Damien Jurado und seine Musik fand ich an dem Abend übrigens das Münchner Publikum. Die Bartträger unter 30 waren da aber nicht in der Überzahl. Keine betrunkenen Tänzer (eigentlich schade, einen kann ich immer vertragen), der Applaus setzte immer erst langsam ein, wenn der letzte Ton einer Saite verklungen war. Doch zu seiner Überraschung sollte Damien am Ende über 20 Minuten Zugaben spielen. Eine angenehme Crowd. Ich habe seit Ewigkeiten bei einem Konzert mal kein dauerhaftes Screenleuchten von Smartphones vor mir gehabt. Fotos wurden gemacht, aber man hat kaum was davon mitbekommen. Dementsprechend schlecht ist auch meins geworden:
Das Publikum genoss, war ruhig und respektvoll, alle schienen sehr dankbar, dass dieser talentierte Indiemensch den weiten Weg von Seattle ins Münchner Ampere gemacht hatte. Eines der Konzerte, bei dem ich mir gewünscht habe, dass man nach der Musik noch mit den anderen zusammen ein Bier nimmt und sich unterhält. Als Fan unter Fans, was gibt's Schöneres?