Und wie mir was an ihnen liegt! Sogar soviel, dass ich einen Hals bekomme, sobald jemand mit englischen Klischees einen Lacher von mir abstauben will. Teetrinken, Fußballnation, schlechtes Essen, very british. Haha. Not funny.
Ich schätze an den Engländern ihre oft zurückhaltende Art, die Meinung des Gegenüber erst einmal zu respektieren und in Betracht zu ziehen, dass auch zwei unterschiedliche Standpunkte nebeneinander existieren können. Was mich an der deutschen Kultur verzweifeln lässt, ist diese bedingungslose Kampf dafür, recht behalten zu wollen. Jedes Gespräch hier muss darauf hinauslaufen, dass sich am Ende jemand mit seiner Sichtweise durchsetzt. Wenn ich diskutiere, wird davon ausgegangen, ich wolle recht haben. Falsch. Ich möchte interessante, provokante oder auch verrückte Gegenargumente hören. Recht haben ist was für Langweiler.
Und da ist der Engländer eben um einiges zivilisierter und geistreicher (zumindest hat er darin eine gewisse Kultur), denn für ihn zählt das Gespräch an sich. Das ist etwas, was uns schon lange fehlt, der Brexit macht's nicht besser.