warum ein Forum sich im Schlaf wiegt ohne wirklich zur Ruhe zu finden.
Schreiben?
Ob gut, mittelmäßig, schlecht, preisverdächtig - ich komme selten dazu, immer weniger.
Mein Leben beschäftigt mich, dessen Regelung, vor allem aber Vater Staat oder muss man jetzt „Mutter” sagen, wegen Kanzlerin? Aber wäre da „Mutter” richtig? Fehlt nicht irgendetwas?.
Klar: ich befinde mich sowieso schon in diversen Sonderrollen als Randpositionsvertreterin, Aktenadakteurin, Laminierdame: Allein Erziehend, behindertes Kind u.a., geschieden, (in Bayern aufm Land), mit Hartz IV Bekanntschaft gemacht, geschlossen. Ich kenne Jugend- und Wohngeldamt. Allesamt ändern immer wieder ihre Namen, aber „Eingeweihte” und Eingeweide wissen Bescheid.
- allein, was diese Namensänderungen kosten…!? Kann sich kein Mensch darüber aufregen, der damit zu tun hat. Diesen Menschen fehlt dazu die Zeit. Sie werden von den Ämtern mit Formularen und Terminen beschäftigt. Außerdem sind sie abhängig, erpressbar, „bedürftig” - so, wie ich - und „…wollen ja was…”!
Und das „… etwas wollen....” gilt hierzulande mittlerweile ja als Unverschämtheit (außer man ist eine Bank oder ähnliches).
In der „Zeit” las ich letztens
abgesehen davon, dass ein ganzes Volk das Lesen zu verlernen scheint! Anderes Thema!:
Kinder aus Immigrantenfamilien, die von Allein Erziehenden und die von Hartz IV- Empfängern (aber dazu muss man erst einmal Geld vom JobCenter erhalten, um dazu gerechnet zu werden!) wären die am meisten betroffenen Gruppierungen von Kinderarmut.
Schaue ich nach Afrika, bin ich reich.
Auch, wenn ich mich hier in meiner Umgebung umschaue: reich.
Nicht arm zumindest.
Aber trotzdem: ich muss knappsen, was das Zeug hält, muss überlegen, ob ich Nachhilfestunden bezahlen kann, wo ich was einkaufe.
Leider besitze ich auch noch gemeinsam mit dem Exmann und verschiedenen Kreditinstituten ein Haus, ein Dach über dem Kopf Somit: wahrlich reich!, für das ich brav und artig jeden Monat bezahle nicht ohne durch Zinsen notleidende Banken zu unterstützen.-was mich dann wieder arm macht. Die klagen ja derzeit alle. Und dürfen!
Die Banken.
Der Staat klagt, die Geschäftsleute klagen, die Wirtschaft klagt, die Nichtraucher klagen.
Der Durchschnittsbürger, der klagt, sich beklagt, der „jammert auf hohem Niveau”!
Für die Höhe der Abzahlungen des Hauses würde ich hier in der Gegend keinen Wohnraum mieten können. Noch dazu keinen mit ebenerdigen Zimmer was ich brauche, besser gesagt: mein Sohn. Gar nicht: mit Garten.
Es ist ein altes Haus, das mir viel abverlangt. Aber wann immer mir darüber eine Beschwerde über die Lippen kommen mag, denke ich gleichzeitig an die vielen Menschen, die um ihr Dach über dem Kopf bangen müssen so sie eines haben!.
Ich kenne Menschen, die bekommen über Hartz IV mehr für ihre Wohnung gezahlt, als ich monatlich abzahlen muss. Viele. Mir gibt der Staat nichts dazu, rechnet sogar „Wohnvorteil” als Einnahme an. Was es definitiv nicht ist. Das Geld geht raus, nicht rein.
Klagen.
Nichts als Klagen.
Was will ich mich da auch noch einreihen, nur weil ich meinen Kindern
den Musikunterricht nicht zahlen kann? Oder den Sportverein, die diversen Kleinigkeiten wie: gute Schuhe, Kleidung, die auch mal etwas aushält, eine neue Matratze für das Bett, qualitätsvolles Gemüse und Obst, das schmeckt?
Krise! Wo man hinschaut! Auch bei nensch!
Wir befinden uns ja allesamt in einer Krise.
Schön abzulesen an manchen Bankgebäuden, manchen Autoverkaufshallen, manchen Prachtbauten der Krankenversicherungsgesellschaftsdienstleister, an Managergehältern und Diäten unserer Politiker.
„Du jammerst nur!”
Das war ein Argumentations - und Diskussionstöter der letzten Jahre.
Die Fähigkeit zwischen berechtigter Kritik und möglicherweise sogar auch berechtigtem Selbstmitleid zu unterscheiden, ist unserer Gesellschaft abhanden gekommen. Die Relationen stimmen nicht mehr. Die Zusammenhänge werden ignoriert, falls überhaupt bemerkt. Der Irrsinn greift mit solch großen ausufernden Armbewegungen um sich, dass es einem die Sprache verschlagen möchte. Verschlägt.
Nicht allen, wie man bei der 25 Jahre- 3sat- Feier sehen konnte.
Da fand "Kabarett" Hier loht sich weiteres googeln! mal wieder so statt, dass es dem Konsumenten, dem Publikum hundertstelsekundenweise nicht möglich war affenartig Pointen nachzuapplaudieren.
Innehalten als Stichwort.
„Wo gibt's denn heut noch sowas? Innehalten!”
Ich jammere immer noch.
Mein Niveau ist gesunken.
Früher habe ich höher gejammert.
Ich sinke immer tiefer.
Geschichten habe und hätte ich zu erzählen… viele.
Keine dieser gerade modischen Ost- Westgeschichten. Keine Geschichten von Auslandsreisen, Sondererlebnissen, interessanten Ereignissen. Keine Krimis. Mord- und Totschlag findet in meinem Leben nicht auf reißerische Weise statt. Vergiftungen haben längst andere Ebenen erreicht, effektivere, nicht nachzuweisende, langfristig wirkende, schleichende.
Macht
-missbrauch zu schreiben, mag mir nicht über die Tippfinger kommen, da „Macht” für sich allein schon ein Fluch ist. Der Missbrauch ist nur die Konsequenz!, Verrat, Korruption, Denunziation, Bestechlichkeit - Menschlichkeit.
Ich habe festgestellt, dass immer mehr Menschen immer weniger Zeit oder/und Nerven dafür (übrig) haben, sich zu äußern.
Sei es mündlich oder schriftlich, sei es durch Wahlzettel oder durch Beteiligung an irgendwelchen Diskussionen oder gar Demonstrationen.
Nuja, die Nichtraucher scheinen da eine Ausnahme zu sein. Die schaffen es anscheinend sich für ihre Interessen zusammenzurotten, was dem deutschen Volk in, sagen wir mal nur als Beispiel, schulpolitischen Dingen nicht gelingt, obwohl alle Beteiligten, alle (Lehrer, Schüler, Eltern) unzufrieden sind. Aber wer schickt schon sein Kind gern auf eine Demo für bessere Schul- und Studienbedingungen, geschweige denn: marschiert selber mit, wenn dem Kind (dem Kind!!!) mit Repressalien gedroht wird.
„Wie läse sich das als Eintragung in einer Schulakte?”
„ Was hat das für Folgen in der Zukunft.”
"Ach, die paar Schuljahre noch, dann hast Du es doch auch hinter Dir…!"
So hüllt sich denn ein Land in Schweigen, in Teilnahmslosigkeit, nimmt hin, was als Hinnehmbar scheint, bis hin zu Bewegungslosigkeit , außer „da raucht einer”, und verlernt dabei nicht nur das Lesen, sondern auch das Schreiben.
Und nensch ist da vielleicht nur ein Spiegel unserer Gesellschaft, unserer scheinenden Demokratie, unserer Art mit dem „Mitnensch” umzugehen, unserer Interesselosigkeit am Anderen, Andersartigen, anders Seienden, unserer Überforderung durch Globalisierung und überbordender Angeboten, unserer Ängste und Empfindlichkeiten.
Schall, Rauch und Ultraschall.
Randbemerkung:
Sich „öffentlich machen” hat Konsequenzen.
Vor ein paar Jahren war das sicher noch nicht das Thema, das es heute ist.
Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
Karl Valentin