nensch - Ehrlich währt. Indem die Natur den Menschen zuließ, hat sie viel mehr als einen Rechenfehler begangen: Ein Attentat auf sich
selbst.
[Saint-John Perse, frz. Lyriker u. Diplomat, 1887-1975]
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Ich weiß nicht, was soll es bedeuten (Tagebücher)
Tagebuch von Anna Helfenstein, veröffentlicht am 3.11.2009 um 11:02:23

Früher war ich sehr oft in diesem Forum.  

Es war sehr spannend damals und es blitzte nur so von brillanten Diskussionen. Heute scheint mir, Funkstille zu herrschen. Was ist geschehen? Kann mir jemand diesen Abstieg erklären?
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· Tagebuch von Anna Helfenstein

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten | 17 Kommentare (17 inhaltlich, 0 redaktionell, 0 versteckt)
Elegie (4.00/4) (#1)
von Martin von Arndt
verfasst am 5.11.2009 um 16:19:04

Erklären kann ich es leider nicht, aber ich vermisse es auch sehr, dieses Forum.



Äschd? (4.00/3) (#2)
von Doris Klöden
verfasst am 5.11.2009 um 20:54:11

Ich guck hier ja noch alle paar Tage rein. Das ist so ein Klickautomatismus.

Mir fehlt ja das Forum nicht so sonderlich....eher fehlen mir die Leute und die Unterhaltungen, das Stilvolle und Anregende. Und mir fehlt Griebe. Aber hier kommt wohl nichts mehr.

Hat schon irgendwie was von Störung der Totenruhe, hier wieder was zu schreiben. Eijeijei.

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Hallohallo (keine/0) (#8)
von Hildegard K. Thies
verfasst am 11.11.2009 um 22:50:10

Jedem fehlt was anderes. Ich glaube, Herr Griebe ist nur deswegen untergetaucht, weil schon seit längerer Zeit potentielle Beiträge seinetwegen unterlassen wurden. Da gab's halt nichts mehr zum Überbraten.  

Ansonsten: Hallo liebe Anna! So liest man sich wieder!

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Der Unterschied zwischen Selbstverliebtheit ... (keine/0) (#9)
von Doris Klöden
verfasst am 12.11.2009 um 21:23:35

und Selbstliebe.

Liebe Hilde.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Griebe keiner ist, der sich täglich selbst googlet. Dass es nicht mehr um seine Person geht, nun, ich halte ihn für ausgeglichen genug, dass ihm das nicht die Sonne verhängt. Das Problem ist ja, dass es hier um überhaupt nichts mehr geht. Weswegen dann noch schreiben? Um mit dem eigenen Echo zu reden? Och nö.

So, ich hab letztens gelesen, dass Männer es gar nicht mögen, wenn Frauen ritterlich werden. Da hängt sofort der mütterliche Rahmen drum.

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ich auch... (keine/0) (#4)
von Felizitas Arneth
verfasst am 8.11.2009 um 16:34:42

.

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Zeilenbrüche stimmen nicht. Sie werden verstehen. (keine/1) (#13)
von Hans-Joachim Griebe
verfasst am 1.12.2009 um 22:07:26

November-nensch

Wenn in den Hirnen Depressionen sprießen
gleich Pilzen, die ins Untendunkel streben,
genährt, wie wenn sie sorgsam Postsuizidanten gießen,
beginnt der nenschen-Mensch zu leben.

Wenn Herr von Arndt die Elegienfahne schwenkt,
Frau Doris Klöden Griebe fehlt,
wenn Hilde K. die altbekannte Thies raushängt,
und Zefix Arneth schüchtern Grüße mailt -,

wenn sich der Wörterstausee Lothar Struck ergießt,
und Schöner Nils den Brotbackblog Manchester preist,
Schamanchen Poschmann wieder Vogellebern liest,
und Ekki Hansen auf den Trennungsschmerz verwaist -,  

wenn alles, alles dies auf nensch geschieht,
nach Monaten der Stille,
wenn plötzlich alles wieder aus den Löchern kriecht
und schreibt - mit rosa Brille

dann ist November, trübe Zeit,
das Ende aller Eitelkeit.
Dann braucht man Freunde. Schreibt
Gedichte, tief empfunden,
leckt alle seine Jahresringewunden,
und hofft, man bleibt.

Arndt, Klöden, Thies und Zefix
Struck, Schöner, Poschmann, Hansen:
Es geht um Menschlichkeit. Sonst nix.
Begreift: Unmenschlichkeit wird euch zerfransen

und eure Kinder, euren kranken Nachbarn auch.

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gelohnt (keine/0) (#15)
von Ekkehard Hansen
verfasst am 3.12.2009 um 20:33:31

hat es sich, heute noch einmal nensch anzuklicken. danke, herr griebe.

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Danke. (keine/0) (#16)
von Hans-Joachim Griebe
verfasst am 3.12.2009 um 23:02:50

Aber lassen Sie uns abwarten, wer was sonst noch zu dem Beitrag zu sagen hat. Und auf die Gefahr hin, wie immer hier von den üblichen Verdächtigen als arrogant klassifiziert zu werden, sage ich: Dieses Forum wird nur durch Qualität wiederbelebt werden. Als Betreiber würde ich sämtliche - auch die klugen - Kommentare löschen und nichts als die Beiträge stehen lassen. Ich denke, dann wird man hier eine globale Wiedergeburt erleben. Wer zufällig hierher gerät, einen guten Beitrag liest, dann die Hennenkämpfe in den Kommentaren - der wird sich abwenden.    

Und für die Zukunft mein alter Vorschlag: Nur wenn jemand mindestens einen Beitrag pro Monat durch die Abstimmung gebracht hat, werden seine Kommentare veröffentlicht. Der Rest kann sich ja nach Belieben in den Tagebüchern verwirklichen.  
 

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Eigentlich ist alles dokumentiert (4.00/3) (#3)
von Lothar Struck
verfasst am 8.11.2009 um 13:11:23

Naja, mehr als drei Jahre nach dem praktisch klinischen Tod dieses Forums nach den Gründen zu fragen, sagt ja auch schon etwas aus. Erinnert mich an einen Geschäftsfreund, der mit mir ein schönes Restaurant aufsuchen wollte, in dem er „öfter” mal speist - und dann war es schon seit mehr als einem Jahr pleite.

Die Gründe sind in diversen Threads nachzuschlagen und auch sichtbar. Sie heissen zum Beispiel (in den letzten Zügen) „Forum IV” oder „Alles bleibt wie es ist” oder, weit vorher, mein Beitrag „Innenraum ohne Möbel”. Man liest hier Kommentare und Stellungnahmen von bräsiger Arroganz bis lächerlicher Ignoranz und zwar sowohl einiger Teilnehmer (die sich auch nicht mit Ruhm bekleckert haben) wie auch der Admins und einem dann später als Ambulanzhelfer dilettierenden Not-Admin, der jegliche inhaltliche und formale Diskussion als „Unsinn” abtat und sich lieber auf Kommentarbewertungssysteme mit „Knüllfaktor” spezialisierte, bevor er dann hier noch eine Umfrage einstellte, die seitdem (gefühlte drei Jahre) unverändert vor sich hindümpelt. Davor entwickelte man dann noch die innovative Möglichkeit, sich mittels Mail an die Admins von Nensch ausbürgern zu lassen. Gegen die Beratungsresistenz einiger Leute hier wirkte der katholische Klerus geradezu als Hort revolutionärer Innovationen.

Viele (inklusive meiner Person) haben die Möglichkeiten dieses Forums zu seiner Zeit sträflich unterschätzt - und sich selbst überschätzt. Einen Text beispielsweise von Martin von Arndt kommentiert zu bekommen, hat man nicht als Möglichkeit begriffen, sondern als Alltäglichkeit. Man stelle sich die Diskussionen vor, die man hier in den letzten Jahren hätte führen können.

Ein anderer Grund für das Scheitern sehe ich im konsumistischen Verhalten zu vieler User. Wenige haben für etwas mehr geschrieben; das Forum hatte früh einen zu eingeschränkten Teilnehmerkreis, zog alle möglichen exotischen Vögel an (denen dann keine Grenzen gesetzt wurden, sondern erst einmal lustig den Elefanten im Porzellanladen spielen durften; soviel Demokratie musste sein) und verstand es nicht, die Teilnahme als Mehrwert darzustellen (zur Not auch mit Belohnungssystemen).  

Wer hier die Leute vermisst ignoriert, dass es etliche ehemalige Nensch-Teilnehmer gibt, die sich in hochqualitativen Weblogs versuchen (und das durchaus mit Regelmässigkeit). Die Kommentarspalten sind offen, werden aber von den Ehemaligen so gut wie nie verwendet (oder nur um - in alter Manier - lächerliche Schreibfehler zu monieren).  

Inzwischen glaube ich, dass auch die Zeit der Blogs eine Talsohle durchschreitet. Irgendwann ist einfach zu allem von allen alles gesagt.  




Warum bist du (4.33/3) (#5)
von Doris Klöden
verfasst am 9.11.2009 um 12:13:10

eigentlich nach all der Zeit immer noch so voller Wut? Das muss man doch mal abhaken können! Und ja, ich weiß, Anna hat nach einer Erklärung gefragt und nur diese hast du ihr geliefert. Ja, ja. Die Emotion, die dahinter steht, finde ich allerdings....also.....eine normale Herdplatte heizt nicht so lange nach....

[ Bezug ]


Affekt (keine/1) (#6)
von Lothar Struck
verfasst am 9.11.2009 um 13:52:18

Das ist keine Wut, Gott bewahre. Es ist höchstens ein Affekt, basierend auf der Vergegenwärtigung mangelnder Professionalität etlicher Teilnehmer.

Nensch war eigentlich schon unheilbar krank, als ich es entdeckte und ich habe schnell gesehen, dass es nur eine Richtung geben wird, weil es keine substantiellen (und notwendigen) Änderungen gab. Statt die Überforderung einzugestehen, wahrte man lieber den Besitzstand. Menschlich.

Aber bevor das hier in Leichenfledderei ausartet, schließe ich lieber. Vielleicht fragt in drei Jahren ja nochmal jemand an…

[ Bezug ]



Was aus ihnen wurde (keine/0) (#7)
von Nils Schöner
verfasst am 10.11.2009 um 17:46:37

Also, ich habe jetzt ein Brotbackblog, mit dem ich es u.a. in die Wochenendausgabe des Guardians geschafft habe. Leider konnte ich in D die Ausgabe nicht erstehen, selbst am Bahnhof nicht.

Nensch kostete die Nutzer auf die Dauer wohl zu viel Energie.



Tja (keine/0) (#10)
von Ralf Poschmann
verfasst am 12.11.2009 um 22:50:55

Gegen die Kakophonie der Blogs kann man heute mit einem polythematischen und benutzeroffenen Forum nicht mehr anstinken, jedenfalls nicht im deutschen Sprachraum. Kuro5hin funktioniert noch immer, vielleicht weil man dort sehr schnell die kritische Größe an Mitgliedern erreicht hat. Um weitere Gründe auszumachen, reicht mein Englisch leider nicht. Ein Neustart hier wird wohl nicht gelingen, selbst wenn sich jemand die damit verbundene Arbeit auflädt. Wenn die Zeit im Netz um den Faktor 10 beschleunigt abläuft, dann ist Anfang 2004 über 50 gefühlte Jahre her.



Da möchte ich dann doch noch einmal widersprechen (keine/0) (#11)
von Lothar Struck
verfasst am 13.11.2009 um 08:19:45

Ich glaube, dass die „Kakophonie der Blogs” potentielle Leser und Interessenten auf Dauer ermüdet. Die „Blogrolls” werden ja durchaus kleiner. Der zweite Schritt ist die fast ausschließliche Konzentration auf den eigenen Blog, bis man dem auch überdrüssig wird.

Ich vermute daher stark, dass gut bestückte interdisziplinäre Plattformen, die eine Balance zwischen Geben und Nehmen bieten und für Teilnehmer wie für Leser Mehrwerte generieren, durchaus eine Zukunft haben könnten (auch im deutschsprachigen Raum). Es gab ja Versuche, so etwas umzusetzen, bspw. in der „Readers Edition” (das Ergebnis ist allerdings nicht überzeugend; man setzte meines Erachtens u. a. zu stark auf Boulevard-Themen). (Und K5 - naja, da waren früher auch mehr Kommentare pro Beitrag und die Beiträge erschienen substantieller als heute.)

Nensch als „Marke” ist/wäre da verbrannt. Neben den technischen Voraussetzungen (die allerdings überschätzt werden - primär sollte es auf den Inhalt ankommen) müssten auch entsprechende "Marketing"-Maßnahmen ergriffen werden.


[ Bezug ]



Erstaunlich! (keine/0) (#12)
von Ekkehard Hansen
verfasst am 27.11.2009 um 23:00:42

Ist ja doch erstaunlich, dass sich auf Deinen Minimalbeitrag hin so viele illustre ehemalige Schreiber gemeldet haben - ein Zeichen, dass doch eine gewisse Verbundenheit mit dem alten Nensch da ist. Auch meine Wenigkeit - in ungefähr vierteljährlichen Abständen - schaut hier mal wieder vorbei, ohne jemals einen guten Grund gefunden zu haben, tatsächlich zu schreiben. Die Suche nach Gründen für die Abwärtsspirale mag gar nicht so wichtig zu sein - es ist wie mit einer alten Beziehung, man weiß, was man an ihr hatte, sollte aber die Finger davon lassen, sie wiederzubeleben. Die Erwqartungen wären zu hoch, die Enttäuschung wäre zu groß.



Nensch- oder (k)eine persönliche Erklärung (keine/0) (#14)
von Felizitas Arneth
verfasst am 3.12.2009 um 12:53:09

warum ein Forum sich im Schlaf wiegt ohne wirklich zur Ruhe zu finden.

Schreiben?
Ob gut, mittelmäßig, schlecht, preisverdächtig - ich komme selten dazu, immer weniger.

Mein Leben beschäftigt mich, dessen Regelung, vor allem aber Vater Staat oder muss man jetzt „Mutter” sagen, wegen Kanzlerin? Aber wäre da „Mutter” richtig? Fehlt nicht irgendetwas?.

Klar: ich befinde mich sowieso schon in diversen Sonderrollen als Randpositionsvertreterin, Aktenadakteurin, Laminierdame: Allein Erziehend, behindertes Kind u.a., geschieden, (in Bayern aufm Land), mit Hartz IV Bekanntschaft gemacht, geschlossen. Ich kenne Jugend- und Wohngeldamt. Allesamt ändern immer wieder ihre Namen, aber „Eingeweihte” und Eingeweide wissen Bescheid.
- allein, was diese Namensänderungen kosten…!? Kann sich kein Mensch darüber aufregen, der damit zu tun hat. Diesen Menschen fehlt dazu die Zeit. Sie werden von den Ämtern mit Formularen und Terminen beschäftigt. Außerdem sind sie abhängig, erpressbar, „bedürftig” - so, wie ich - und „…wollen ja was…”!
Und das „… etwas wollen....” gilt hierzulande mittlerweile ja als Unverschämtheit (außer man ist eine Bank oder ähnliches).

In der „Zeit” las ich letztens
abgesehen davon, dass ein ganzes Volk das Lesen zu verlernen scheint! Anderes Thema!:
Kinder aus Immigrantenfamilien,  die von Allein Erziehenden und die von Hartz IV- Empfängern (aber dazu muss man erst einmal Geld vom JobCenter erhalten, um dazu gerechnet zu werden!) wären die am meisten betroffenen Gruppierungen von Kinderarmut.

Schaue ich nach Afrika, bin ich reich.
Auch, wenn ich mich hier in meiner Umgebung umschaue: reich.
Nicht arm zumindest.
Aber trotzdem: ich muss knappsen, was das Zeug hält, muss überlegen, ob ich Nachhilfestunden bezahlen kann, wo ich was einkaufe.

Leider besitze ich auch noch gemeinsam mit dem Exmann und verschiedenen Kreditinstituten ein Haus, ein Dach  über dem Kopf Somit: wahrlich reich!, für das ich brav und artig jeden Monat bezahle nicht ohne durch Zinsen notleidende Banken zu unterstützen.-was mich dann wieder arm macht. Die klagen ja derzeit alle. Und dürfen!
Die Banken.
Der Staat klagt, die Geschäftsleute klagen, die Wirtschaft klagt, die Nichtraucher klagen.
Der Durchschnittsbürger, der klagt, sich beklagt, der „jammert auf hohem Niveau”!

Für die Höhe der Abzahlungen des Hauses würde ich hier in der Gegend keinen Wohnraum mieten können. Noch dazu keinen mit ebenerdigen Zimmer was ich brauche, besser gesagt: mein Sohn. Gar nicht: mit Garten.
Es ist ein altes Haus, das mir viel abverlangt. Aber wann immer mir darüber eine Beschwerde über die Lippen kommen mag, denke ich gleichzeitig an die vielen Menschen, die um ihr Dach über dem Kopf bangen müssen so sie eines haben!.
Ich kenne Menschen, die bekommen über Hartz IV mehr für ihre Wohnung gezahlt, als ich monatlich abzahlen muss. Viele. Mir gibt der Staat nichts dazu, rechnet sogar „Wohnvorteil” als Einnahme an. Was es definitiv nicht ist. Das Geld geht raus, nicht rein.

Klagen.
Nichts als Klagen.
Was will ich mich da auch noch einreihen, nur weil ich meinen Kindern
den Musikunterricht nicht zahlen kann? Oder den Sportverein, die diversen Kleinigkeiten wie: gute Schuhe, Kleidung, die auch mal etwas aushält, eine neue Matratze für das Bett, qualitätsvolles Gemüse und Obst, das schmeckt?

Krise! Wo man hinschaut! Auch bei nensch!

Wir befinden uns ja allesamt in einer Krise.
Schön abzulesen an manchen Bankgebäuden, manchen Autoverkaufshallen, manchen Prachtbauten der Krankenversicherungsgesellschaftsdienstleister, an Managergehältern und  Diäten unserer Politiker.

„Du jammerst nur!”
Das war ein Argumentations - und Diskussionstöter der letzten Jahre.
Die Fähigkeit zwischen berechtigter Kritik und möglicherweise sogar auch berechtigtem Selbstmitleid zu unterscheiden, ist unserer Gesellschaft abhanden gekommen. Die Relationen stimmen nicht mehr. Die Zusammenhänge werden ignoriert, falls überhaupt bemerkt. Der Irrsinn greift mit solch großen ausufernden Armbewegungen um sich, dass es einem die Sprache verschlagen möchte. Verschlägt.

Nicht allen, wie man bei der 25 Jahre- 3sat- Feier sehen konnte.
Da fand "Kabarett" Hier loht sich weiteres googeln! mal wieder so statt, dass es dem Konsumenten, dem Publikum hundertstelsekundenweise nicht möglich war affenartig Pointen nachzuapplaudieren.
Innehalten als Stichwort.
„Wo gibt's denn heut noch sowas? Innehalten!”

Ich jammere immer noch.
Mein Niveau ist gesunken.
Früher habe ich höher gejammert.
Ich sinke immer tiefer.

Geschichten habe und hätte ich zu erzählen… viele.
Keine dieser gerade modischen Ost- Westgeschichten. Keine Geschichten von Auslandsreisen, Sondererlebnissen, interessanten Ereignissen. Keine Krimis. Mord- und Totschlag findet in meinem Leben nicht auf reißerische Weise statt. Vergiftungen haben längst andere Ebenen erreicht, effektivere, nicht nachzuweisende, langfristig wirkende, schleichende.

Macht
-missbrauch zu schreiben, mag mir nicht über die Tippfinger kommen, da „Macht” für sich allein schon ein Fluch ist. Der Missbrauch ist nur die Konsequenz!, Verrat, Korruption, Denunziation, Bestechlichkeit - Menschlichkeit.

Ich habe festgestellt, dass immer mehr Menschen immer weniger Zeit oder/und Nerven dafür (übrig) haben, sich zu äußern.

 Sei es mündlich oder schriftlich, sei es durch Wahlzettel oder durch Beteiligung an irgendwelchen Diskussionen oder gar Demonstrationen.
Nuja, die Nichtraucher scheinen da eine Ausnahme zu sein. Die schaffen es anscheinend sich für ihre Interessen zusammenzurotten, was dem deutschen Volk in, sagen wir mal nur als Beispiel, schulpolitischen Dingen nicht gelingt, obwohl alle Beteiligten, alle (Lehrer, Schüler, Eltern) unzufrieden sind. Aber wer schickt schon sein Kind gern auf eine Demo für bessere Schul- und Studienbedingungen, geschweige denn: marschiert selber mit, wenn dem Kind (dem Kind!!!) mit Repressalien gedroht wird.
„Wie läse sich das als Eintragung in einer Schulakte?”
„ Was hat das für Folgen in der Zukunft.”
"Ach, die paar Schuljahre noch, dann hast Du es doch auch hinter Dir…!"

So hüllt sich denn ein Land in Schweigen, in Teilnahmslosigkeit, nimmt hin, was als Hinnehmbar scheint, bis hin zu Bewegungslosigkeit , außer „da raucht einer”, und verlernt dabei nicht nur das Lesen, sondern auch das Schreiben.

Und nensch ist da vielleicht nur ein Spiegel unserer Gesellschaft, unserer scheinenden Demokratie, unserer Art mit dem „Mitnensch” umzugehen, unserer Interesselosigkeit am Anderen, Andersartigen, anders Seienden, unserer Überforderung durch Globalisierung und überbordender Angeboten, unserer Ängste und Empfindlichkeiten.

Schall, Rauch und Ultraschall.

Randbemerkung:
Sich „öffentlich machen” hat Konsequenzen.
Vor ein paar Jahren war das sicher noch nicht das Thema, das es heute ist.

    Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.
               Karl Valentin





Es kristallisieren sich (keine/0) (#17)
von Felizitas Arneth
verfasst am 29.12.2009 um 14:07:29

doch
die Seiten
raus

die Saiten

die geklickt
+
auf
+
angeschlagen
werden

Möchte „nensch” eine solche sein?



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