nensch - Ehrlich währt. Der Mensch hat noch einen Vorzug vor der Maschine - er ist imstande, sich selbst zu verkaufen.
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Mit dem Impactor zur Lösung der Menschheitsfragen? (Wissenschaft)
Pro und Contra von Joscha Bach, veröffentlicht am 5.7.2005 um 13:11:53

Heute morgen, am 4. Juli um acht Minuten vor Acht kulminierte die wissenschaftlich-technische Entwicklung in einem neuen Höhepunkt der Raumfahrtgeschichte: ein dem Vernehmen nach „kühlschrankgroßer” kupferner „Impactor” schlug mit 37500 km/h in den Kometen 9P/Tempel 1 ein. Warum? Klarer Fall, könnte man denken: Wie die Presse seit Wochen unisono verlauten läßt, ist Tempel 1 „kartoffelförmig”. Wenn die Nasa dies zu einem verschönernden Eingriff animierte, dann ist er jedoch leider fehlgeschlagen.  

Obwohl der Kühlschrank planmäßig aufprallte und verdampfte, ist Tempel 1 immer noch kartoffelförmig, und die Gründeausdenker der Nasa werden auf auf Pressekonferenzen mit unangenehmen Fragen konfrontiert.
Die Gründeausdenker haben in solchen Fällen ein Standardargument bereit: „Die Mission wird uns viel über die Anfänge des Sonnensystems lehren!” - Aber begann unser Sonnensystem denn wirklich mit der Begegnung eines Kühlschranks und eines Kometen? Angesichts einer derart dünnen Argumentationslage mag es lohnen, die wahren Beweggründe hinter der, wie Kritiker nicht müde werden anzumerken, 333 Millionen Dollar teuren Mission "Deep Impact" zu untersuchen.

Tatsächlich ist die Tempel-1-Mission in vieler Hinsicht ein Novum. Nachdem die Nasa in der Vergangenheit viele ihrer schönsten Sonden ruinierte, indem sie sie versehentlich unsanft auf harte Himmelskörper knallen ließ, ist ihr dergleichen nun zum ersten Mal absichtlich gelungen. Greg Horvath und Leticia Montanez, die in der Vergangenheit mehrfach Nasa-Fahrzeuge mit desaströser Flugprogrammierung zerstörten, wurden wieder eingestellt und enttäuschten die in sie gesetzten Erwartungen nicht. „Die Ergebnisse werden eine enorme Hilfe sein, die Landung der 'Rosetta'-Sonde auf einem Kometen zu planen,” freut sich der Esa-Wissenschaftsdirektor David Southwood. Wir wollen hoffen, daß dem nicht so ist! Southwoods Äußerungen sollten jedermann mit tiefer Sorge erfüllen, schließlich hat auch die Esa das eine oder andere Vehikel durch versehentliche Crashtests eingebüßt.

Auch der amerikanische Regierungschef, sonst nicht grade als Freund der Wissenschaft bekannt, zeigt sich in seiner Rede zum Unabhängigkeitstag in beunruhigender Weise begeistert: „Es ist das erste Mal, daß die Bevölkerung der Erde, gemeinsam und entschlossen, in einem preemptiven Schlag überzeugend demonstriert hat, daß sie willens und in der Lage ist, Frieden und Freiheit überall zu verteidigen!” - Was aber würde geschehen, wenn die Kometen tatsächlich begännen, zurückzuschlagen? Der Impactor hat angeblich nicht mehr Schaden anrichten können als „eine Mücke an einem Flugzeug”, und es bestehen ernste Zweifel, ob die Menschheit über genügend Kühlschränke verfügt, um auch nur fünf Kometen vom Tempel-Format abwehren zu können.

Verteidiger der Mission werden sofort anmerken, daß es der Nasa gelungen ist, mit dem Aufprall erstmals einen Krater in Form eines Fußballfeldes anzulegen. „Damit macht sich die Nasa sowohl um die Sportarchitektur, als auch um die Verbreitung des Fußballspiels über alle Völkergrenzen hinaus verdient” lobt denn auch der Nasa-Beauftragte für Sport und Völkerverständigung, Marty Huisjen. Dem steht entgegen, daß Tempel 1 gar keine eigene Fußballtradition besitzt, und sich bislang auch kein irdisches Team bereit erklärte, ein Turnier auf dem bekanntermaßen unwirtlichen (und nach wie vor kartoffelförmigen) Himmelskörper auszutragen.

Angesichts dieser schlechten Außendarstellung der Beweggründe hinter dem Experiment ist es nur zu verständlich, daß die Öffentlichkeit der "Deep Impact"-Mission mit großer Skepsis begegnet. Dabei sind diese sehr gut nachvollziehbar, wenn man sich nur die Mühe macht, die tatsächlichen und manchmal sehr speziellen wissenschaftlichen Fragestellungen der beteiligten Wissenschaftler („sollte man mal gemacht haben” - Jessica M. Sunshine, SAIC, „warum zum Teufel nicht?” - Julia DeMarines, Praktikantin, „mal ein ordentliches Loch machen” - Kavita Kaur, Software-Stress-Testerin) nachzuvollziehen.

Gelegentlich wird in Internet-Foren zur Mission die Frage gestellt, ob es nicht andere Objekte als ausgerechnet einen Kühlschrank gegeben hätte, die preiswerter gewesen wären und dennoch denselben Effekt gehabt hätten. Casey Lisse, Instrument Scientist der Mission, erklärt, warum die Wahl der Experten gerade auf einen Kühlschrank fiel: „Eine Waschmaschine hat ähnliche Maße wie ein Kühlschrank, ist oft sogar schwerer. Andererseits benötigt eine Waschmaschine, vor allem im Schleuderbetrieb, deutlich mehr Energie als ein Kühlschrank, und die Wasserversorgung im interplanetaren Raum hätte uns vor Probleme gestellt. Auf der anderen Seite benötigt ein Kühlschrank bei -273 Grad praktisch keine Energie, um seinen Betrieb aufrechtzuerhalten.” Es gibt jedoch noch mehr Gründe, die für den Kühlschrank sprachen:

Da ist zunächst Projektleiter Michael F. A'Hearn, ein Physiker, der sich seit vielen Jahren der Frage widmet, wohin das Licht im Kühlschrank geht, wenn man die Tür schließt. Für A'Hearn ist das Tempel-Experiment, das einen einzigartigen Lichtblitz erzeugte, zweifellos der Höhepunkt seiner Laufbahn. Er rechnet damit, dass die Auswertung der Daten viele Monate dauern wird. Drei Stunden nach dem Aufprall seien erst zehn Prozent der Messergebnisse auf der Erde eingetroffen. „Wir beginnen jetzt mit der Arbeit”, sagte A'Hearn. „Ich freue mich auf eine Riesenmenge an Daten, die mich bis zu meinem Ruhestand beschäftigen wird.”

Der Deputy-Projektmanager Monte Henderson schließlich ist anerkannter Exobiologe, der Berühmtheit mit der These erlangt hat, daß das Leben auf der Erde möglicherweise in einem vergessenen Kühlschrank seinen Anfang genommen hat. „Deep Impact bietet uns nun die Möglichkeit, diese These zum ersten Mal experimentell zu überprüfen, indem wir einen Kühlschrank auf einen vorher unbelebten Himmelskörper prallen lassen.”

Es gibt also bei aller berechtigten Kritik durchaus gute Argumente dafür, daß die jüngste Mission der Nasa uns etwas über die Frühzeit des Sonnensystems lehren wird.

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Umfrage
Deep Impact - sinnvoll oder nicht?
· Sollte man mal gemacht haben. 26%
· Unnütze Provokation der Aliens! 13%
· Akt der extraterristischen Völkerverständigung 0%
· Hauptsache ein Loch! 53%
· Man hätte doch eine Waschmaschine nehmen sollen. 6%
· Zu teuer und immer noch kartoffelförmig. 0%

Stimmen: 15
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· Internet-Foren zur Mission
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Mit dem Impactor zur Lösung der Menschheitsfragen? | 21 Kommentare (21 inhaltlich, 0 redaktionell, 0 versteckt)
Caramba! (5.00/5) (#1)
von Miriam Sauerthal
verfasst am 5.7.2005 um 00:59:24

Dass das Leben seinen Ursprung im Kühlschrank hat, wird jeder, der nach längerer Abwesenheit dessen Türen wieder geöffnet hat, mit laienhafter Freudigkeit festgestellt haben. Dass aber diese armen Frühformen als Selbstmordkommando nach Tempel 1 gejagt wurden, halte ich - bei allem Wohlwollen für die stete ernsthafte Suche nach wissenschaftlichen, genetophilen Erkenntnissen - für ethisch höchst fragwürdig. Deshalb plädiere ich für eine kosmologisch ausreichende Entschuldigung und das Versprechen, beim nächsten Versuch gefälligst wirklich auf Waschvollautomaten zurückzugreifen. (Die dürften zumindest ziemlich viel mit der Schlüsselsubstanz allen Lebens auf Erden - Hahzweioh - zu tun haben)



Mir wird alles klar (keine/0) (#4)
von Ralf Poschmann
verfasst am 5.7.2005 um 06:55:59

Auf der Erde wird ja schon lange nach den Ursprung des Lebens gesucht. Das ist die Lösung. Wir müssen den fossilen zerschellten Kühlschrank der Außerirdischen finden, mit deren vergammelten Joghurt alles begonnen hat.

Aber so neu ist diese Idee nicht. Ich glaube bei Lem gibt es eine Geschichte, in der zwei Leuten bei einem Besuch der Erde ein Eimer umfällt, worauf sich die darin enthaltene organische Brühe auf die Erdoberfläche ergießt.

[ Bezug ]



20 Jahre AIDS (keine/1) (#8)
von Ronald Schubert
verfasst am 5.7.2005 um 11:51:59

und die betreffende Forschung ist kein Stück weiter. Was interessiert da noch, wo der Mensch und seine Erde herkommt? Wo es mit dem Mensch und seiner Erde hingeht, erachte ich als wichtiger!

[ Bezug ]


Es liegt in der Natur (keine/1) (#9)
von Miriam Sauerthal
verfasst am 5.7.2005 um 13:06:11

des Menschen, dass er sich seine Identität über die Genese der selben zu bestimmen sucht. Dazu gehört auch die Erkenntnis über den Ursprung seines Grund und Bodens, über Gaia, der Meta-Mutter seines kurzberaumten Lebens.

Schließlich sind wir die Kinder unserer Eltern und was könnten sich nicht für Perspektiven für die aktuelle Gestaltung unseres Seins auf Erden ergeben, wenn wir einmal wüßten, dass wir alle ein paar Schimmelpilztentakeln auf Joghurtresten entstammen, die ihrerseits in den unwirtlichen Sphären eines Kühlschranks in die Wirklichkeit geworfen wurden.

Zum Anderen pflegt der Mensch das Gleichgewicht des Ungleichgewichts auf Erden aufrechtzuerhalten und kümmert sich deshalb wenig darum, ob diese höhsten Weihen der Erkenntnis auch einer größeren Masse erreichbar werden.

Mit anderen Worten: Woher wissen wir, wohin wir gehen, wenn wir nicht wissen, woher wir kommen? Kann es ein Wohin ohne einen Anfangspunkt, von dem aus sich etwas auf ein zu erreichendes Etwas richten könnte, geben?

Soweit die altbekannte Denke, aber:

Wichtiger für alles weitere erscheint mir eher, wie anderenorts schon angedeutet, die kosmologische Perspektive.
Wie vermessen ist es, wie ungleich anthropozentrisch, einfach mit Kühlschränken herumzuschießen (und dies auf eine politisch und ethisch äußerst unkorrekte Weise)- sei es aus Gründen des immer weiter um sich greifenden Ästhetikwahns (der nun auch extraterristische Dimensionen annimmt), der Verehrung der angeblichen Götter der Allgemeinheit (Stichwort Fußballstadion) mit der Schaffung von meteroiden Götzenbildern oder der ungleich infantil anmutenden wissenschaftlich nur vage gerechtfertigten Versuche, den Ursprung des Lebens anschaulich zu simulieren?!

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Als eingefleischeter Pragmatiker (keine/0) (#11)
von Ronald Schubert
verfasst am 5.7.2005 um 15:53:56

muss alles, wofür Regierungen in der Forschung Geld ausgeben, dann auch greifbare Ergebnisse bringen. Gerade wenn es in der Raunmfahrt passiert. Das bloße Suchen nach Erkenntnissen gehört für mich nicht dazu. Dafür ist noch immer die Kirche zuständig. Diese Millionen wären in der Forschung für ein Heilmittel gegen AIDS wesentlich besser aufgehoben gewesen!

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Mathematische Antwort (keine/0) (#15)
von Ralf Poschmann
verfasst am 5.7.2005 um 19:57:43

Menschen stochern auch in der Vergangenheit herum, um etwas über die Zukunft zu erfahren. In der Mathematik nennt man das zugehörige Verfahren „Extrapolation”. Angenommen, du hast ein Blatt Papier, über das schräg eine gerade Linie verläuft. Ein Teil dieses Blattes ist durch ein anderes Blatt verdeckt. Wenn du wissen willst, wie die Linie verdeckt weiterläuft, betrachtest du den sichtbaren Teil der Linie (eine Gerade), und schlussfolgerst daraus, dass sich auch der verdeckte Teil so fortsetzen wird. Meistens ist das richtig.

Der sichtbare Teil des Blattes ist die Vergangenheit. Der unsichtbare die Zukunft. Wir können etwas über die Zukunft erfahren, indem wir die Vergangenheit untersuchen. Für Aids könnte das so funktionieren: Das Virus ist bestimmt schon uralt und es hat in der Vergangenheit seine Wirte nicht getötet. Können wir diese finden und gleichzeitig ermitteln, warum sie nicht gestorben sind, dann hilft uns das vielleicht auch bei dem Gegenmittel. Das Geld für die Erforschung der Vergangenheit ist deshalb meist gut angelegt im Sinne der Zukunft.

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Trotzdem (keine/0) (#16)
von Ronald Schubert
verfasst am 5.7.2005 um 20:10:21

hätte ich das Geld lieber in der Forschung, z. B. für ein Mittel gegen AIDS gesehen, als im Weltraum!
Das wäre etwas greifbar Sinnvolles.

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Vielleicht liegt (keine/1) (#17)
von Rainer Müllan
verfasst am 8.7.2005 um 00:37:33

ja im Fall AIDS das Problem nicht an den zur Verfügung stehenden Geldmitteln?

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Wenn das so wäre (keine/0) (#18)
von Ronald Schubert
verfasst am 8.7.2005 um 07:00:20

und es in der Forschung genug Geld für AIDS da wäre, dann verstehe ich nicht die zahllosen Veranstaltungen und Benefiz-Galas, die im Namen der Aidsforschung bei den normalen Menschen um Geld betteln!

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Vermutend (keine/1) (#19)
von Rainer Müllan
verfasst am 8.7.2005 um 12:59:58

Geht es dabei nicht eher um Spenden für Betroffene, also Kranke? Aber wie gesagt, da bin ich zu schlecht informiert um argumentieren zu können.

[ Bezug ]


Es ging (keine/0) (#20)
von Ronald Schubert
verfasst am 9.7.2005 um 00:41:33

und geht immer um die die Kosten für die Forschung auf diesem Sektor, denn den Betroffenen hilft Geld so gut wie gar nicht und für Afrika sammeln ohnehin ganz andere.

[ Bezug ]


Mein Onkel bei der NASA ... (5.00/3) (#6)
von Andreas Karl
verfasst am 5.7.2005 um 10:07:59

…rief mich kurz vor dem glorreichen Abschluss der Temple1-Mission in der Nacht zum 4. Juli gegen 2:35 Uhr MEZ aus seinem Büro der Mission Control in Cape Canaveral anrief. Er sagte, ich solle einen Zollstock nehmen, in die Küche gehen und meinen Kühlschrank öffnen. Dann klärte er mich über die wahren Hintergründe von „Deep Impact” auf:

Genauso wie die Mondlandung (gefilmt im Juli 1969 auf einem verlassenen Gelände der Universal-Studios in Beverly Hills) war auch die Temple1-Mission eine einzige große Medien-Finte. In dem Kühlschrank, der am amerikanischen Unabhängigkeitstag auf der Kartoffel einschlug, saß kein geringerer als Saddam Hussein.

Bush's Militärstrategen im Pentagon hatten erkannt, dass sich die Lage im Irak solange nicht beruhigen würde, bis der Diktator ganz von diesem Planeten verschwunden wäre. Nur das „Wie” war noch nicht ganz klar.
Der Soldat der Navy Marines, der Saddam damals in dem engen Erdloch bei Tikrit aufspürte, hatte berichtet, dass das Versteck des Ex-Diktators exakt die Maße seiner Kühl/Gefrier-Kombination des Typs „General Electric-Wayfarer” hatte. Das brachte die NASA-Wissenschaftler auf die zündende Idee. Die Raumfahrtbehörde hatte verschwiegen, dass die echte Sonde den Kometen um über 3,2 Millionen Kilometer verfehlt hatte und so wollte man sich nach dem Columbia-Desaster keine weitere Blamage in der Presse leisten. Mit diesem Coup aber konnte man sogar 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen: Ein politisches Problem (Saddam) loswerden und ein wissenschaftliches (Sonde) doch noch zum Erfolg führen.

Zwischen Dick Chaney und Condoleezza Rice war es kurz vorher im Weissen Haus noch zu einem handfesten Streit darüber gekommen, ob es nicht besser sei, doch lieber Michael Jackson hochzujagen. Doch als es zur Namensabstimmung für die Mission kam, überzeugte Mrs. Rices Vorschlag „Beat It” nur die wenigsten Kongressabgeordneten. So setzte sich schließlich Dick Chaney mit „Temple” durch, einer sarkastischen Anspielung auf Mekka, der heiligen Pilgerstätte der Shiiten. Dass Saddam ein Sunit und kein Shiit war, störte die Bush-Regierung in diesem Zusammenhang recht wenig. Aufgrund eines ähnlichen Denkfehlers hatte man ja schon den Irak überfallen und dem Präsidenten damit wertvolle Wahlstimmen verschafft.
Also war klar: If you can fool some people sometimes - you can fool all people everytime.



Nebensächliches über Kühlschränke (4.83/6) (#5)
von Klaus Betke
verfasst am 5.7.2005 um 07:17:05

Mein Kühlschrank ist 55 cm breit, 85 cm hoch und 60 cm tief. Damit hat er ein Volumen von 0.28 m3. Bestünde er massiv aus Kupfer (und nur dann könnte man von einem „Klumpen” oder „Kupferblock” sprechen, es wie praktisch alle Nachrichtenredaktionen tun; als Kühlschrank wäre ein solches Objekt allerdings weitgehend nutzlos), würde er ziemlich genau 2,5 Tonnen wiegen. Um auf die 372 kg zu kommen, von denen überall die Rede ist, müsste das Ding hohl sein, mit einer Wandstärke von 1,6 cm. So etwas nennt man Kiste, anderswo vielleicht noch Hohlmantelgeschoss, und ist zum Kühlen von Lebensmitteln auch nicht viel besser geeignet als das Vollmantelgeschoss. Berücksichtigt man weiter, dass die oben angegebenen Maße aus Sicht des Durchschnittsamerikaners unmöglich zu einem Kühlschrank gehören können, sondern bestenfalls zu einer Kühlbox fürs Auto, verringert sich die Wanddicke der Kiste nochmal auf deutlich unter 1 cm. Ob die in der Umfrage angebotene Waschmaschine in dieser Hinsicht günstiger ist, wäre noch zu prüfen.



Vermittler gesucht! (keine/0) (#2)
von Miriam Sauerthal
verfasst am 5.7.2005 um 01:23:19

Wer ist parteiisch genug, zwischen dem wahnwitzigen konservativen Anthropozentrismus und der neuen kosmologischen Aufklärung zu vermitteln?!



Star Wars (keine/0) (#3)
von Ronald Schubert
verfasst am 5.7.2005 um 02:00:06

Die Verantwortlichen für Jugendschutz und Erziehung dieser Welt beklagen immer lauter den schlechten Einfluss, den bestimmte Filme auf Kinder und Jugendliche haben würden. Dass allerdings auch ziemlich erwachsene Amis nicht immun gegen bestimmte Filme sind, hat 1980 ein gewisser Ronald Reagan bewiesen, als er die Idee von George Lucas Sci Fi Märchen „Star Wars” zu einer bloßen Waffe gegen die bösen Russen pervertierte.
Nun, 25 Jahre später, haben der aktuelle Präsident der USA, George Wanker Bush, seine Forscher und Wissenschaftler noch immer nichts Besseres zu tun, als einen Film, in dem Fall „Deep Impact” nachzuspielen. Für die Presse heißt es dazu:

"Um 07:52 MEZ schlägt das Geschoss „Impactor” auf dem Kometen Tempel 1 auf und schlägt ein fußballfeldgroßes Loch in den Kern des Kometen.
Zurzeit sind alle Teleskope der Erde auf den Kometen gerichtet um die ausgeworfenen Trümmer der Wolke zu untersuchen, die der Einschlag ausgelöst hat. Man verspricht sich davon einen Blick auf die bis zu 4,6 Milliarden Jahre alte Materie, also ein direkter Blick auf die Urmaterie unseres Sonnensystems. Das gesamte Team besteht aus mehr als 250 Wissenschaftlern, Ingenieuren, Managern und Lehrern.
Deep Impact ist eine NASA Discovery Mission, eine von acht Low-Cost-Missionen zur präzisen und zielgerichteten wissenschaftlichen Untersuchung."

Im gleichnamigen Film „Deep Impact” von 1998 soll allerdings nur ein Komet beschossen werden, der dabei ist, die Erde zu zerstören.
2005 wurden Milliarden, denn selbst eine Low-Cost-Mission, also eine Billigmission kostet in der Raumfahrt soviel, nur um das Innere dieses Kometen Tempel 1 zu erforschen.
Es soll Auskunft über die Entstehung des Lebens auf der Erde geben.
An und für sich hört sich so etwas als Begründung nicht einmal schlecht an, aber ich bin mir sicher, man hätte dieses Geld auf der Erde besser einsetzen können, um dieses entstandene Leben zu bewahren.
Allerdings hat sich auf der Erde ein ganz anderer Trend durchgesetzt und die Menschen, nicht nur die amerikanischen, geben eine Menge Geld aus, um in Erfahrung zu bringen, wie sie das entstandene Leben am effektivsten vernichten können und schon daran beweist sich die eigentliche Dummheit des Menschen und Unsinnigkeit solcher Missionen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es so interessant ist, wenn man weiß, woher das Leben auf der Erde kommt, aber ich bin auch kein Wissenschaftler. Für die wird es vielleicht wichtig sein, das die Vorfahren der Menschen als Ersatz für Haustiere unter dem Bett bei Mr. Spock gelebt haben. Ich lebe nicht in Ruanda und leide wahrlich nicht unter Hunger, aber für mich wäre das Geld in der medizinischen Forschung besser angelegt gewesen.



Am meisten Sorgen macht mir (keine/1) (#7)
von Hartwig Kinder
verfasst am 5.7.2005 um 11:16:02

der Gedanke, dass die Menschen ihr kosmisches Kharma jetzt fei ganz schön versaut haben und dass die große Geist-Familie der Kometen jetzt vielleicht beschließen könnte, einem der ihren die Gelegenheit zu einer wahrhaft grandiosen Demonstration zu geben, einem Selbstmordattentat nämlich, das die Erde zum Ziel hat. Ich fordere daher alle anwesenden Channels dringend auf sich auf der kosmischen Ebene ein wenig umzuhören in nächster Zeit. Und fangt bitte nicht auch hier und in dieser schlimmen Situation an, auf den Vertreter meiner Meinung einzuschlagen mit der wilden Keule der Argumentation. Das bringt nämlich nicht nur nichts, sondern führt uns auch nur auf Nebenkriegsschauplätze, die mich fürchterlich breit machen und sonst nix.



Cosmic Jokers (keine/1) (#10)
von Balbina Laye
verfasst am 5.7.2005 um 14:55:06

Nicht nur der Kühlschrank hat eingeschlagen wie eine Bombe, sondern auch die Channels. Oder vielleicht hängt das alles irgendwie zusammen… Hier ist jedenfalls die passende Musik dazu. (Sontag, 3.Juli)



Oh Göttlicher ... (keine/1) (#12)
von Marcus Eckert
verfasst am 5.7.2005 um 16:04:01

… Allwissenheit gehört wohl nicht zu deinen Eigenschaften?

Pro und Contra - so geht's!

Welches Schweinderl (sorry: Seite) hättens denn gerne?



Wo du recht hast... (keine/0) (#13)
von Joscha Bach
verfasst am 5.7.2005 um 16:26:10

…hast Du recht.

[ Bezug ]


Oh, Mist! (keine/2) (#14)
von Joscha Bach
verfasst am 5.7.2005 um 16:31:35

Hab ich doch die Chance verpaßt, einen meiner Lieblingstitel zu verbraten: "Scientific Progress goes Boink". Warum denkt man an das Naheliegendste immer zuletzt?



Kühlschränke und das Saarland (keine/1) (#21)
von Carola Graf
verfasst am 26.7.2005 um 13:49:32

Gestattet mir eine Gedenkminute für meine Lieblings-Radiomoderatoren M. Wirbitzki und S. Zeuss!
Neulich erst lauschte ich ihnen verzückt, als sie von diesem amerikanischen Experiment berichteten, in dem die USA ein „kühlschrankgroßes” Geschoß auf eben den erwähnten Kometen abschossen.
In diesem Zusammenhang nahmen die beiden Herren geschickt die Kurve zu anderen gern verwendeten Größenvergleichen wie z.B.: „…so groß wie das Saarland…”
Wie groß das Saarland ist, kann man irgendwo nachschlagen. Ihre Berechnungen ergaben, daß auf die Fläche des Saarlandes ca. 6 Millionen handelsübliche Kühlschränke passen.
Unheilschwanger zeichneten sie das düstere Szenario, die USA könnten 6 Millionen Kühlschränke auf das Saarland abfeuern. Mit bestechender Logik malten sie dem Hörer die grauenerregenden Folgen dieses Tuns aus: es entstünde ein saarlandgroßes Loch....



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