sollte sich der Partner vor der Hochzeit besser nur dann aus dem Staub machen, wenn er neue Infos über Braut oder Bräutigam erhält, also dass sie oder er schwul oder lesbisch ist oder plötzlich für die Atomkraft.
Bei Heide war dies offenkundig nicht der Fall. Wer also unter dem roten Sonnenschirm der SPD Stimmen sammelt, wenn auch für ihn persönlich, von dem wird angenommen - und das weiß er auch -, dass er für Heide stimmen wird.
Andernfalls steht es ihm frei, dies in seinen vielen Wahlkampfreden deutlich zu machen. Auch wenn er nur erwähnte, zwar voll hinter Heide zu stehen, nicht aber hinter der südschleswigschen Gemeinschaftsschule oder der grünen Ehe für Schwule.
Dann erst ist es eine Persönlichkeitswahl: Wählt mich, liebe Lübecker, den Gerd mit seinen Ecken und Kanten! Die ihr ja kennt, wenn nicht, nenne ich sie hier.
Nicht aber, wenn ich unter dem roten SPD-Schirm Wahlkampf mache und meine Persönlichkeit nicht nur dahinter verstecke - auf dass alle Lübecker vertrauen, ich stünde hinter der SPD und hinter Heide - und die auch noch in der Fraktionssitzung verstecke, wo ich schon bei den Koalitionsverhandlungen hätte sagen können: „Nein, zur Gemeinschaftsschule und zur Schwulenehe (oder sonstwas) sage ich ganz klar Nein! Das lässt sich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.”
Dass diesem Mann und seiner geheuchelten Haltung viele Freiwillige geholfen haben, sein Mandat zu erringen, ist sicher mehr als „hypothetischer Quargel”, Soehnke, das ist passiert. Sicher begründet die freiwillige Hilfe vor Ort noch kein imperatives Mandat. Aber ein Schwein ist dennoch, wer dem Fußvolk keinen reinen Wein einschenkt!
Bei Christian Ströbele wussten alle Wähler in meinem Kiez und Wahlbezirk, dass er nie nach Fischers Pfeife tanzen wird. Und auch, dass er sich auch von keiner Vertrauensfrage Schröders zu einer Zustimmung zu einem Kriegseinsatz bewegen lassen wird entgegen seinem Gewissen.
Er hat das keinem verheimlicht, keinem Wähler und keinem Wahlhelfer in Kreuzberg, und wurde so gewählt wie bekannt (wie er bekannt war und wie er ist), mit Mehrheit als Direktkandidat knapp vor dem SPD-Mann. Als einziger Grüner in ganz Deutschland übrigens.
Warum also ist einer kein Schwein, der unter der Prämisse, oder gar dem Versprechen, Heide zu wählen, gewählt wird von seinen Lübeckern oder Neumünsteranern, um dann - ohne erkennbare Wandlung der Politik der Heide - die dann öffentlich zu massakrieren?
Kam der Herr über ihn auf seinem Ritt auf dem Esel von Lübeck oder Neumünster nach Kiel? Um ihm zu offenbaren, dass das Bündnis SPD-Grüne-Dänen des Teufels?
Nun gut, irgendwas war jedenfalls über ihn gekommen. Ist es was Redliches, ist er kein Schwein. Vielleicht überkam ihn ja plötzlich, dass das parlamentarische System ein schweinisches ist. Dann musste er natürlich seinem Gewissen folgen. Da bin ich auch gar nicht gegen.
[ Bezug ]