| Wissenswertes über die Textsorten |
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| Bei Nensch haben Sie die Möglichkeit, verschiedene Textsorten als Beiträge einzusenden und zur Diskussion zu stellen. Im Folgenden wird Ihnen ein kurzer Überblick über die zur Verfügung stehenden Textsorten und deren Charakteristika gegeben. (Mehr Informationen über journalistische Textsorten finden Sie im Netz zuhauf.)
Anekdote:
Sie haben Werner Hansch einmal im Schach besiegt oder den ersten Stein aus der Berliner Mauer gehauen? Dann sollte diese Textsorte für Sie erste Wahl sein. Denn laut Lexikon ist die Anekdote "eine epische Kleinform, welche in gedrängter, pointierter Form einen Augenblick oder Wesenszug zu enthüllen sucht, der charakteristisch ist für einen Menschen oder eine Situation."
(Wissenschaftlicher) Aufsatz:
Sie sind Student oder Wissenschaftler und niemand nimmt von Ihren geistigen Ergüssen Notiz? Bei Nensch können Sie Ihre Geniestreiche präsentieren. Aber bitte erwarten Sie nicht, dass jedermann finnische Modalverben oder quantenmechanische Fluktuationsmodelle ebenso spannend findet wie Sie. Einfache Faustregel: Je interessanter Ihr Aufsatz, desto größer das Interesse.
Bericht:
Sie sind eher der nüchterne Typ und wollen einfach informieren? Schreiben Sie einen Bericht. Sie wissen ja, wie das geht.
Besprechung/Rezension:
Sie waren im Kino, im Theater oder haben sich die Kuschelrock 50 gekauft? Erzählen Sie uns, wie es war, bzw. raten Sie uns zu oder ab. (Bitte machen Sie im Titel deutlich, ob es ich um ein Buch, Film, Theaterstück etc. handelt.)
Erzählung:
Sie haben mit Fakten nichts am Hut und fabulieren lieber ins Blaue hinein? Sie schreiben - frei nach Aristoteles - lieber über das, was geschehen könnte, als über das, was tatsächlich geschieht? Dann werden Sie doch literarisch und erzählen Sie uns eine nette Geschichte! Rütteln Sie uns auf, bewegen Sie uns, verstören Sie uns, amüsieren Sie uns!
Essay:
Wahrscheinlich die gängigste Textsorte bei nensch; und geeignet für alle, die nicht so recht wissen, was sie tun. Charakteristika: subjektiv, meist stilistisch hoch stehend, sprunghaft-unsystematisch, intuitiv-assoziatorisch. Das 'Schweizer Messer' unter den Textsorten und für jedes Thema geeignet.
Frage:
Warum sind Schlösser an den Türen von Tankstellen, die rund um die Uhr geöffnet sind? Fragen Sie ruhig. Andere werden es auch nicht wissen.
Gedicht:
Sie reimen mühelos gut auf Hut und den Rhythmus haben Sie auch im Blut? Dann könnte es sein, dass Sie ein Dichter sind, und das Gedicht was für Sie. Und Ihr Gedicht was für Nensch. Aber Vorsicht: Nicht alles, was Sie irgendwem jemals ins Poesiealbum geschrieben haben, ist Lyrik. Nicht alles, was sich reimt, ist gut. Sollten Sie hochsensibel oder Ihre Verse noch nicht recht geschliffen sein, raten wir zur Zurückhaltung. Ihre Kritiker könnten Sie fressen wollen.
Glosse:
Sie regen sich gerne auf, ärgern sich aber nicht wirklich? Dann ist die Glosse etwas für Sie:
Ein zumeist polemisch-spöttischer Kurzkommentar zu Tagesereignissen, häufig mit Schlusspointe.
Interview:
Ihr Opa/Vater lag damals vor Stalingrad und Ihr Schwager ist Jimmy Hartwig? Laden Sie sie zum Kaffee ein und machen Sie ein Interview. Das Geplapper von Jimmy Hartwig können Sie ja später wieder streichen.
Nachricht:
Sie wissen etwas, was fast noch niemand weiß, aber eigentlich jeder wissen sollte? Teilen Sie es uns mit! Charakteristika: tatsachenbezogen, um Objektivität bemüht, gründlich recherchiert.
Kommentar:
Macht Ihnen die Erhöhung der Hundesteuer das Blut kochend? Oder sonst ein Tagesereignis erfordert Ihre Stellungnahme? Vertreten sie ruhig Ihre Meinung. Aber vergessen Sie nicht: Der Kommentar ist eine erläuternde, interpretierende und wertende Anmerkung zu einer Nachricht, meist länger als die Glosse und ernsthafter argumentierend.
Kurzprosa:
Sie wollen sich literarisch betätigen, aber das Extensive liegt Ihnen nicht? Bleiben Sie bei Ihren Leisten. Schreiben Sie Kurzprosa.
Offener Brief:
Ihr Bürgermeister verortet die längst überfällige Umgehungsstraße da, wo seit Jahren ihre Kinder schaukeln? Sie hassen Senta Berger, Iris Berben und Hannelore Elsner (wahlweise auch Boris Becker, Michael Schumacher und Jan „Ecstasy” Ullrich)? Kanalisieren Sie Ihre Wut. Ein offener Brief tut's.
Portrait:
Der Banjospieler Ihrer Tanzkapelle ist ein verkanntes Genie? Niemand sonst will die Kungfu-Lyrik Ihres Lieblingsdichters lesen? Der Erfinder der Zeitschaltuhr starb unbemerkt? Beenden Sie deren Schattendasein. Stellen Sie uns Ihre Herzblätter vor. Schreiben Sie ein Portrait.
Pro und Contra:
Nähere Informationen finden Sie auf der Pro und Contra-Seite.
Reisebericht:
Sie haben das Saarland bereist und Saarbrücken, Neunkirchen, Völklingen und Homburg als äußerst entzückende Fleckchen Erde empfunden? Ihre Studienreise nach Thailand hat sich auch akademisch gelohnt? Die Öde Marokkos wird durch billigen Safran allemal wett gemacht? Berichten Sie! Aber vergessen Sie nicht: Auch Sie wurden von derlei Schwärmereien schon tödlich gelangweilt. Machen Sie's kurzweilig. Und das Plusquamperfekt ("Letztes Jahr waren wir auf Bali gewesen.") lassen sie andere Leute retten.
Reportage:
Sie kamen am 10.September 2001 aus New York zurück? Dann war das für eine Reportage noch zu früh, denn sie "informiert über ein Ereignis als Augenzeugenbericht, d.h. aus der unmittelbaren Situation und Atmosphäre heraus." Charakteristika: sachlich, wahrheitsgetreu, dokumentarisch, oft durch Auswahl und Anordnung der Fakten, künstlerische Umsetzung und kritische Wertung auch subjektiv geprägt.
Satire:
Satire ist eine "literarische Form der Kritik an individuellen, gesellschaftlichen oder allgemeinmenschlichen Schwächen, oft in aggressiv-anklägerischer Weise. Die häufigsten Stilmittel der Satire sind die Ironie, die karikierende Überspitzung eines Sachverhalts und die Konstruktion sachfremder Zusammenhänge, in denen Vertrautes absurd erscheint."
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Testbericht:
Sie haben ein unglaubliches Produkt auf dem freien Markt erstanden und wollen Ihre Umwelt wissen lassen, wie gut bzw. schlecht es ist? Tun Sie sich keinen Zwang an.
Und nun legen Sie los!
Viel Spaß und Inspiration. |
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